Lichtbogenschweißprozesse bei denen die Schweißstelle mit schützenden Gasen vor Verunreinigungen aus der Luft geschützt werden, nennt man Schutzgasschweißen.

Dabei wird unterschieden zwischen zwei Hauptgruppen unterschieden.

  • MSG – Metallschutzgasschweißen (mit abschmelzender Elektrode)
  • WSG – Wolframschutzgasschweißen (mit nicht abschmelzender Elektrode)

Einteilung der Schweißprozesse

MSG – Metall-Schutzgasschweißen

Ordnungsnummern der Prozesse nach DIN EN ISO 4063

Es folgt einer Auswahl der Ordnungsnummern, die dem MSG zuzuordnen sind.

  • 131 – Metall-Inertgasschweißen mit Massivdrahtelektrode
  • 135 – Metall-Aktivgasschweißen mit Massivdrahtelektrode
  • 136 – Metall-Aktivgasschweißen mit schweißpulvergefüllter Fülldrahtelektrode
  • 138 – Metall-Aktivgasschweißen mit metallpulvergefüllter Fülldrahtelektrode

Wärmequelle

Die Wärmequelle beim Schutzgasschweißen ist ein Lichtbogen, welcher zwischen Schweißzusatzwerkstoff und den Werkstoffen entsteht.

Schutzgas

Das Schutzgas schützt dabei die Schweißstelle vor den schädlichen Einflüssen aus der Luft.

  • MIG Schweißen von NE-Metallen: Inerte Schutzgase – Argon, Helium oder Mischgase daraus.
  • MAG Schweißen von Stahl: aktive Schutzgase – CO2 (MAG-C), Argon-CO2 Gemisch, Argon-Sauerstoff Gemisch und Mehrkomponenten-Gase (MAG-M)

Automatisierung

Das MSG-Schweißen kann teilmechanisch mit von Hand geführtem Brenner, oder vollmechanisiert eingesetzt werden.

Einsatzgebiete

Das MSG-Schweißen kann für nahezu alle Einsatzbereiche eingesetzt werden. Es können sowohl legierte als auch unlegierte Stähle, sowie CrNi-Stähle und Aluminium geschweißt werden.

WSG – Wolfram-Schutzgasschweißen

Ordnungsnummern der Prozesse nach DIN EN ISO 4063

Es folgt einer Auswahl der Ordnungsnummern, die dem MSG zuzuordnen sind.

  • 141 – Wolfram-Inertgasschweißen mit Massivstabzusatz
  • 142 – Wolfram-Inertgasschweißen ohne Schweißzusatz
  • 143 – Wolfram-Inertgasschweißen mit Fülldraht oder Füllstab
  • 145 – Wolfram-Inertgasschweißen mit reduzierten Gasanteilen im ansonsten inerten Schutzgas

Auch hier ist die Wärmequelle ein Lichtbogen, aber im Gegensatz zum MSG entsteht diese hier zwischen einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und dem Werkstück. Als inerte Schutzgase werden Argon, Helium, oder Gemische daraus verwendet. Für manche Werkstoffe werden auch Argon-Wasserstoff Gemische verwendet.

Auch Wolfram kann nicht unbegrenzt thermisch belastet werden. Dies wirkt sich sowohl auf die Abschmelzleistung, als auch auf die Schweißgeschwindigkeit aus.

MSGP – Plasma-Metall-Schutzgasschweißen

Bei dem Verfahren handelt es sich um eine Mischung aus dem Metallschutzgasschweißen und Plasmaschweißen. Am Anfang der Naht schmilzt der Lichtbogen den Werkstoff auf, bevor die Drahtelektrode aufgeschmolzen wird. Die Plasmastromquelle mit steil fallender Kennlinie und die MSG Schweißstromquelle mit steil fallender, oder flach fallender Kennlinie kommen bei diesem Verfahren zum Einsatz.

WP – Wolfram-Plasmaschweißen

Beim Wolfram-Plasmaschweißen brennt der Lichtbogen entweder zwischen der Wolframelektrode und einer Wassergekühlten Kupferdüse (WPS) oder dem Werkstück (WPL). Der Lichtbogen brennt in einer Inertgas Atmosphäre. Die Kupferdüse schnürt den Lichtbogen ein und erlaubt so eine höhere Leistungsdichte.

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